DER AUSSCHANK von Freibier geht auf eine alte Sitte in Brauereien zurück. Neben ihren Lohn erhielten Mitarbeiter dort täglich oder wöchentlich Selbstgebrautes. Diese zusätzliche Leistung wurde Freibier genannt – und weil so viel Großzügigkeit gut ankam, begannen die Adeligen und reichen Bürger dem Volk zu besonderen Anlässen Freibier und Speisen zu spendieren.

Heute wird Freibier gerne von Chefs, Politikern und Würdeträgern ausgegeben. Selbst Brauereien laden mittlerweile bei „ Freibierfesten“ zum probieren ein. Ihre Mitarbeiter gehen heute meist noch nicht leer aus. Sie erhalten nach wie vor regelmäßig Gratis-Gerstensaft als „ Haustrunk“, denn im Betrieb darf der Gerstensaft  nicht mehr gebechert werden. Für das Unternehmen ist der geschenkte Gerstensaft steuerfrei. Deshalb muss genau Buch darüber geführt werden, welche Menge monatlich an wen abgegeben wird –mehrere Dutzend Liter pro Person ist keine Seltenheit.

Und der Freiwein?

Wie ihre Kollegen in der Brauerei mussten auch die Mitarbeiter der Winzer nicht auf dem Trockenen sitzen. Doch der Wein, den sie zur Jause aufgetischt bekamen, war meist so schlechter Fusel, dass er nicht verkauft, sondern nur gratis abgegeben werden durfte. Kein Wunder warum sich nur das Freibier durchsetzte.

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