DIE SZENE IST ERGREIFEND und seit Jahrhunderten Anlass für ein Missverständnis: Der sterbende Jesus klagt über Durst, und „ einer füllte einen Schwamm mit Essig und steckte ihn auf ein Rohr und tränkte ihn“ so heißt es im Markusevangelium (15; 36)

Essig statt Wasser?

Immer wieder  wird und wurde die Geste kurz vor Jesu Tod als zusätzliche Folter und als Ausdruck der Verhöhnung gedeutet. Sehr viel wahrscheinlicher aber ist das sie eine der wenigen Gesten von Menschlichkeit rund um diesen rund um diesen grausamen Exekutionsverfahren. Essig, meist mit Wasser verdünnt, war das Lieblingsgetränk der römischen Soldaten. Sie schätzen dies als Durstlöscher und Heilmittel. Diese hatten sogar immer ein Fläschen mit Essig für unterwegs mit dabei. Vermutlich hat einer der Wache haltendenden Soldaten dem todgeweihten Jesus einen  Schluck aus seinem privaten Vorrat gegeben.

Übrigens; Essigwasser gilt bis heute in der Naturmedizin als gesunder Durstlöscher: Er sollte Appetit anregen, die Verdauung  fördern und den Mund desinfizieren.

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